„Das grüne Haus 2012”

Installation im Frauenmuseum Bonn, 2012

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Dies ist das Gartenhaus meines Vaters Teofil Wittek.

Mein Vater war ein Bauernsohn aus Niederschlesien, der von seiner Familie als Hoferbe vorgesehen war, aber davon träumte, Förster zu werden. Durch den Krieg kam alles anders. Er wurde nach Köln verschlagen. Hier baute er ein Haus, umgeben von einem großen Garten (1 Morgen Land) und lebte dort bis zu seinem Tod im Jahr 2004.

Er arbeitete seit den 50-er Jahren als Strassenwärter beim Landschaftsverband. Aus dieser Zeit stammt auch das grüne Haus. Es diente den Arbeitern als Schutz vor der Witterung, zum Einnehmen von Mahlzeiten oder für Verkehrszählungen. Als es vor 40 Jahren nicht mehr gebraucht wurde,transportierte mein Vater es in seinen geliebten Garten und nutzte es als Gartenhaus.

Teofil war ein durch und durch mit der Natur und seinem Garten verwobener Mensch.

Der gepflegte Garten war sein Ein und Alles, sein ganzer Stolz, seine Meditation, seine Ressource.

Hier ackerte er nach seiner Arbeit mit Leidenschaft und konnte sein gesamtes Wissen über Ackerbau und Pflanzenpflege einbringen.

Die Ernte aus dem Garten trug wesentlich zur Ernährung seiner 7-köpfigen Familie bei.

Das Haus, mit all diesen Originalgeräten,erinnert an ihn auf lebendige Art und Weise über den Tod hinaus und spiegelt diesen Menschen mit seiner Naturverbundenheit wieder.


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